In einer intensiven, aber phasenweise zerfahrenen Partie präsentierte sich die Austria effizient und defensiv kompakt, während Rapid trotz viel Ballbesitz offensiv kaum Lösungen fand.

Saljic trifft erstmals in der Bundesliga

Rapid erwischte den etwas aktivieren Start und kam bereits in der 4. Minute zur ersten guten Möglichkeit. Nach Vorarbeit von Bendegúz Bolla scheiterte Petter Nosa Dahl jedoch aus spitzem Winkel an Samuel Sahin-Radlinger.

Die Austria zeigte sich mit ihrer ersten gefährlichen Aktion eiskalt. Nach einem schnell ausgeführten Angriff über die rechte Seite brachte Manfred Fischer den Ball punktgenau zur Mitte, wo Sanel Saljic völlig frei zum Kopfball kam und Niklas Hedl in der 9. Minute zur Führung bezwang. Für den jungen Offensivspieler war es zugleich das erste Bundesliga-Tor seiner Karriere – ausgerechnet im Wiener Derby.


Rapid mit viel Ballbesitz, aber wenig Durchschlagskraft

Mit der Führung im Rücken zog sich die Austria etwas zurück und überließ Rapid weite Teile des Ballbesitzes. Die Hütteldorfer kontrollierten phasenweise das Spiel, konnten daraus offensiv jedoch kaum Kapital schlagen.

Ein Distanzschuss von Jannes Horn, der kurz darauf verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste, gehörte noch zu den gefährlicheren Aktionen der Gastgeber. Die beste Rapid-Chance der ersten Halbzeit vergab Janis Antiste, dessen Kopfball in der 34. Minute knapp am langen Eck vorbeiging.

Auf der Gegenseite blieb die Austria bei Umschaltmomenten gefährlich. In der 30. Minute entwischte Saljic beinahe der Rapid-Abwehr, wurde aber im Strafraum noch entscheidend von Nenad Cvetkovic gestoppt.


Eigentor bringt die Entscheidung

Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich am Spielverlauf wenig. Rapid hatte deutlich mehr Ballbesitz, agierte im letzten Drittel aber zu unpräzise und ideenlos. Die Austria verteidigte konsequent und wartete auf Umschaltmomente.

In der 59. Minute musste Hedl nach einem wuchtigen Distanzschuss von Philipp Maybach noch zur Ecke klären. Der darauffolgende Corner brachte jedoch die Vorentscheidung: Die Hereingabe von Tae-Seok Lee sorgte für großes Durcheinander im Strafraum, wobei Serge-Philippe Raux-Yao den Ball unglücklich ins eigene Tor ablenkte.

Mit dem 2:0 im Rücken kontrollierte die Austria die Schlussphase souverän.


Rapid bleibt ohne Derby-Sieg

Rapid versuchte in der Schlussphase mit den Einwechslungen von Ercan Kara und Yusuf Demir nochmals offensive Impulse zu setzen, zwingende Torchancen blieben jedoch Mangelware. Demir scheiterte kurz vor Schluss zwar an Sahin-Radlinger, stand dabei allerdings im Abseits.

Nach dem Schlusspfiff verabschiedeten Pfiffe die Rapid-Mannschaft in die Kabinen. Die Hütteldorfer bleiben damit in dieser Saison ohne Derby-Sieg gegen die Austria.

Die Veilchen hingegen sicherten sich nicht nur wichtige Punkte im Kampf um Rang vier, sondern auch einen prestigeträchtigen Derby-Erfolg im Westen Wiens.


Stimmen zum Spiel

Austria-Trainer Stephan Helm sprach nach der Partie von einem „schwierigen und komplizierten Spiel“ und lobte die geschlossene Mannschaftsleistung seiner Mannschaft. Rapid-Coach Johannes Hoff Thorup zeigte sich hingegen enttäuscht vom Auftritt seiner Elf, insbesondere im zweiten Durchgang: „Da haben wir keinen Kampfgeist gezeigt.“

Torschütze Sanel Saljic beschrieb seinen Premierentreffer als „wunderschönen Augenblick“.


Spielinfo

Admiral Bundesliga – Meistergruppe, 31. Runde
SK Rapid Wien – FK Austria Wien 0:2 (0:1)

Tore:
0:1 Saljic (9.)
0:2 Raux-Yao (60./Eigentor)

Rapid Wien:
Hedl – Schöller (65. Yusuf Demir), Cvetkovic, Raux-Yao – Bolla, Amane, Lukas Grgic (82. Gulliksen), Horn (25. Wurmbrand) – Antiste (65. Kara), Weimann, Dahl

Austria Wien:
Sahin-Radlinger – Wiesinger (56. Handl), Dragovic, Plavotic – Ranftl, Barry (92. Ndukwe), Maybach (80. Wustinger), Lee Tae-Seok – Fischer, Eggestein (80. Markovic), Saljic (56. Boateng)

Gelbe Karten:
Ranftl, Dragovic

Zuschauer: 25.500 (ausverkauft)
Spielort: Allianz Stadion, Wien