Ein Spiel auf Augenhöhe
Von Beginn an entwickelte sich eine offene Partie. Sparta setzte frühe Akzente, doch ÖFB-Torfrau Jasmin Pal hielt mehrfach stark und bewahrte ihr Team vor einem frühen Rückstand. Mit Fortdauer der ersten Hälfte fanden die Violetten besser ins Spiel, kombinierten mutiger und kamen zu guten Umschaltsituationen – die größte Möglichkeit blieb jedoch ungenutzt.
Torlos ging es in die Pause. Alles war noch möglich.
Zwei Minuten, die Hoffnung brachten
In der 70. Minute dann der Dämpfer: Antonie Stárová traf mit einem verdeckten Schuss von der Strafraumgrenze zum 0:1.
Doch die Antwort der Austria ließ nicht lange auf sich warten. Nach einem Eckball von Modesta Uka verlängerte Katharina Schiechtl am kurzen Eck, der Ball landete bei Lotta Cordes – 1:1 (72.). Das Stadion explodierte, das Momentum kippte.
In der Schlussphase drängten die Wienerinnen auf die Entscheidung, erspielten sich Möglichkeiten, doch es blieb beim Remis. Verlängerung.
Die Entscheidung in der Extraschicht
Nur Sekunden nach Wiederbeginn rettete noch die Stange für die Austria. Doch in der 97. Minute köpfelte Hallie Bergford nach einem Eckball zur erneuten Führung für Sparta ein. Kurz vor dem Seitenwechsel der Verlängerung sorgte Michaela Khýrová mit dem 1:3 für die Entscheidung (105.).
Die Austria kämpfte bis zuletzt, fand jedoch keinen Weg mehr zurück.
Stolz trotz Enttäuschung
„Es war ein Spiel auf Augenhöhe“, analysierte Trainer Stefan Kenesei nach dem Abpfiff. Tatsächlich entschieden Details – eine Standardsituation, individuelle Klasse in den entscheidenden Momenten.
Die internationale Premiere der Violetten endet damit im Viertelfinale des neu geschaffenen Women’s Europa Cups. Nach Erfolgen gegen Slavia Prag und Anderlecht bleibt dennoch eine historische Reise. Zweimal in 90 Minuten gegen Sparta nicht verloren – das unterstreicht die Entwicklung dieses Teams.
Enttäuschung überwiegt unmittelbar nach dem Schlusspfiff. Doch was bleibt, ist ein klares Signal: Österreichs Frauenfußball ist auf internationaler Bühne angekommen.
Endstand: 1:3 n. V. (1:1, 0:0)
Tore: 0:1 Stárová (70.), 1:1 Cordes (72.), 1:2 Bergford (97.), 1:3 Khýrová (105.)
Zuschauer: 1.882, Wien – Franz-Horr-Stadion